Rubrik: Australien
Jo bin fresh und clean wieder in Frankfurt gelandet. Qantas hat das Kunststück geschafft, meine nicht gerade besonders sorgfältig verpackten Brettchen komplett ohne Blessuren nach Deutschland zu bekommen. Aber von vorne..
Habe mit Chris noch ein bisschen im Internet rumgehangen und versucht unsere Jetstar Voucher einzulösen. Da war aber eine Fehlermeldung (sogar eine angezeigte PHP Fehlermeldung, bah, Anfänger!) auf deren Website und die Hotline konnte uns nur vertrösten. Also haben wir gebloggt und noch die restlichen Bilder auf CD gebannt.
Um kurz nach 1 Uhr habe ich mich dann mit allem Gepäck bewaffnet auf den Weg zum Flughafen gemacht, diesmal nicht mit der Bahn sondern den Stadtbussen. Dabei habe ich den Unmut von so mancher Omi auf mich gezogen, da mein Boardbag den halben Gang versperrt hat. War also eher eine unangenehmere Erfahrung. Bei Tag sah der Airport dann doch um einiges moderner und größer aus als in unserer Ankunftsnacht. Checkin ging mit 24.8kg (also 4.8kg drüber) Gewicht auch problemlos, die wollten noch wissen ob es Wellen in Deutschland gibt.. Wenn die wüssten. Bin dann noch ein bisschen im Flughafen rumgelaufen, hab unserem Flugzeug (hab ich später gemerkt) beim Landen und Andocken zugeschaut und Subways gegessen, ausserdem hab ich mir im Duty-Free noch gute Sony Kopfstöpfsel gekauft und mich parfümiert
Der Flug verging dann so mittelmäßig schnell, in Singapur war ich wieder duschen, während alle anderen Fluggäste bescheuert rumsassen und gewartet haben, bis sie wieder in den Flieger dürfen. Erfrischt dann noch auf die letzten 13 Stunden Flug, bei denen ich eigentlich die ganze Zeit am Schlafen, Essen oder Film schauen war und schon war ich in Frankfurt.
Auf dem Heimweg Brötchen geholt und gemütlich mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester gefrühstückt und jetzt erstmal Sachen sortiert. Ach und nach Flügen habe ich auch schon wieder geguckt. Hier regnet es nämlich und wird grade schon dunkel.
6. Dezember 2007
Nachdem wir die Nacht mit den Kaliforniern im vermeintlich teuren Flughafenhotel (119A$) verbracht haben, mussten wir das gleiche nochmal für eine Nacht im Doppelzimmer in einem eigentlich recht ordentlichen Backpacker bezahlen, der aber definitiv das Geld nicht wert war. Eigentlich hatte ich vor den Tag ein bisschen zum Seightseeing zu nutzen, aber aufgrund unserer Partynacht ohne Schlaf in Kuta haben wir uns kurz hinlegen wollen und sind erst um 7 Uhr abends wieder aufgewacht. Waren dann was essen und kurz im Internet um dann abends nochmal ein bisschen die Partyszene zu checken.
Ausser einem Jahrgang besoffener, aber richtig besoffener Aussies, die grade ihren Sommerferienbeginn oder sowas feierten, war nicht viel los. Also wieder ins Bett und morgens früh raus zum gemütlichen Frühstücken. Was hier zwar lecker ist, aber ungefähr 10x soviel kostet wie auf Bali.
Chris ist in einen anderen Backpacker umgezogen, mit 6er Dorms oder so, also Matratzenlager mäßig. Jetzt sitzen wir hier noch zusammen im Internet und brennen Foto CDs, um halb eins werde ich mich dann wieder auf den Weg zum Flughafen machen. Um 17 Uhr ist dann Abflug, Zwischenstop in Singapur zum auftanken, bei dem ich hoffentlich genug Zeit habe um kurz duschen zu gehen, das war beim letzten Mal eine echt angenehme Erfrischung. Morgen früh bin ich dann schon in Frankfurt.
5. Dezember 2007

Flug nach Australien, zweiter Versuch. Nachdem wir ewig auf den Transportshuttle zum Flughafen warten mussten und beim einchecken etwa 60 Surfbretter gezählt haben, mussten wir noch mal fast zwei Stunden Delay abwarten. Die haben wir, mit Handywecker abgesichert, auf einer Bank im Flughafen schlafend gebracht. Im Flieger hatten wir dann noch eine Mahlzeit umsonst, was sonst bei Jetstar wohl nicht inklusive ist. Also auch angenehm. Den Rest der Flugzeit haben wir beide im absoluten Tiefschlaf verbracht.
In Sydney kamen wir richtig spät an und mussten noch durch Quarantäne, Zoll und Immigration. Hat alles easy geklappt, aber Zug oder Bus gab es keinen mehr und mit zwei Riesenboardbags in ein Taxi ist auch etwas kompliziert. Wir haben dann zusammen mit zwei Kaliforniern, mit denen wir uns am Abend davor schon am Flughafen unterhalten haben, ein Doppelzimmer für 120A$ in einem Airporthotel geleistet. Ich hab auf dem Boden im Boardbag gepennt, war eigentlich super gemütlich.
Mittags gings dann endlich nach Bondi ins vorgebuchte Hostel, etwas blöd, da wir unsere erste Nacht, die wir im Hotel verbracht haben jetzt doppelt bezahlt haben. Auch so ist hier alles schon etwas teuer bei deutlich schlechterem Komfort als in Bali. Chris würde grad am liebsten seinen 200A$ Flugvoucher, den wir von Jetstar noch bekommen haben, benutzen und direkt wieder nach Bali.
Für mich ist es auch blöd, da ich jetzt quasi zwei Tage nur Gepäckschleppen darf und nicht wirklich genug Zeit habe mir Sydney anzuschauen. In drei Tagen wäre das schon einfacher gewesen. Wetter hier in Sydney ist auch nur so lala, dauernd Gewitter und natürlich deutlich kühler als in Bali, aber das erwartet mich ja zuhause auch.
Die letzten Tage in Bali waren einfach so schön, dass ich auch mit dem Gedanken spiele, schon bald wieder zurück zu kommen.
4. Dezember 2007

Eigentlich sollten wir jetzt im Flieger nach Sydney sitzen, aber es kam ein bisschen anders. Wir haben wohl zu oft gesagt, dass wir gar nicht von Bali weg wollen. Die Fluggesellschaft hat das erhört und unseren Flug auf morgen verschoben technische Probleme.
Alle Fluggäste mussten an den Jetstar Counter, ihre Namen aufschreiben und bekamen einen Hotelnamen gesagt. Jetzt sitzen wir im Ramada, ein dicker Bunker mit 5 Sternen und allem was man sich vorstellen kann. Nur so zur Einschätzung, ein kleines Bier (9k RP) kostet hier 30k RP. Dinner und Frühstück ist inklusive, dem werden wir uns gleich mal annehmen. Lustig ist, dass hier jetzt 50 Zimmer mit Fluggästen belegt sind, was zu einer lustigen Stimmung im Hotel führt. Unter anderem sind hier eine Australische Footballmanschaft, allerdings eine weibliche! Ansonsten eher so Kongressgäste von der UN Klima Konferenz. Klingt lustig, ist es auch. Also noch eine weitere Partynacht und dann erst morgen mittag nach Sydney.
Dazu sollte ich sagen, dass das für uns natürlich alles umsonst ist. Wir bekommen eine Nacht im Hotel, kostenlose Beförderung allen Übergepäcks und einen Flugvoucher für 200A$ als Entschädigung. Das Dinner war ein leckeres Buffet, leider durfte man nur Softdrinks bestellen.
Wir sind dann mit dem Taxi nach Kuta und haben uns an den Steps, dem üblichen Ort zum vortrinken, eine Flasche Vodka und ein paar Bier einverleibt. Dort haben wir dann Sandro, James und Mark noch mal getroffen, was eine lustige Überraschung war. Weggegangen sind wir ins Bounty, wo unsere australische Footballmanschaft am abgehen war. Ein Haufen total betrunkener A(u)ssi-Mädels, sehr lustig. Wir sind dann noch übers Mbargo in den Skygarden Essen gegangen und zum Strand, wo wir die ersten Lichtstrahlen erlebt haben.
Zurück im Hotel sind wir dann in den Riesenpool gehüpft und bis um 8 Uhr morgens drin geblieben, denn um 8 Uhr hat der Fitnessbereich mit der Sauna aufgemacht, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Leider gab es nur Wasser als Aufguß in der Sauna, ohne Aufgußmittel, und das Wasser zum abkühlen war nicht wirklich eiskalt. Aber immerhin, mal wieder eine Sauna.

Das Frühstück war dann wieder absolut überzeugend. Es gab alles, von warmen Croissants über Kuchen, frischen Melonen und Ananas bis zu Kaffee und Tee (und Wasser gegen unseren Brand), die am Tisch serviert wurden. Alle waren natürlich fett am grinsen, kein Wunder bei einem Haufen Partypeople und Surfern die wohl ihre gesamte Zeit in Bali in billigen Zimmern verbracht haben.
4. Dezember 2007

Nach einer wieder einmal feucht fröhlichen Nacht sind wir heute nachmittag zum surfen an einen neuen Spot gefahren – Nyang-Nyang. Nyang-Nyang ist bekannt als Swellmagnet, berüchtigt für die Dirtroad, von der manche sagen sie sei nur mit dem Motorbike zu bewältigen und für einen langen Abstieg vom Kliff. Außerdem haben wir ein paar Stories über recht hohes Haivorkommen gehört.
Die Dirtroad war wirklich etwas heftig, wir hatten schon die Kiste geparkt um vor zu laufen, aber ein Local der auf einmal aus seinem Feld rauskam, hat uns überzeugt, so dass wir dann doch weitergefahren sind und es auch geschafft haben. Was uns dort erwartete, war genau wie ich es mir für den letzten richtigen Surftag gewünscht habe. Ein kleines Tal umrahmt von Klippen, eine Treppe durch den Dschungel runter an den Strand und perfekte Szenerie mit schönem Sandtstrand, türkisem Wasser und ein paar Peaks die auf dem vorgelagerten Riff brachen.

Wir sind dann recht schnell ins Wasser, auf eine rechte Welle die sich schön über das Riff reindrehte und dabei eine ,konstant steile Schulter bot. Durch den Channel raus und schnell die ersten Wellen genommen und dabei schnell gemerkt, dass es noch deutlich besser ist als es aussieht. Die Welle hatte richtig viel Druck und saugte sehr viel Wasser an, was sie steil und richtig hohl machte. Das Ganze spielte sich in deutlich flacherem Wasser über Steinriff ab, als wir es normalerweise gewohnt waren. Man konnte beim Sitzen im Lineup mit den Füßen auf den Grund kommen. Also einfach nicht hin fallen. Ich hatte deshalb erst etwas Respekt vor späten Drops, habe dann einen sehr easy geschafft und mir daraufhin eine fette Setwelle vorgenommen. Genau bei mir wurde sie richtig sucky und ich merkte, dass der Drop zu spät war. Also schnell das Brett weggekickt und mit den Füßen voran aufs Riff. Mit den Händen habe ich beim einschlagen noch abgebremst, bin aber trotzdem voll drauf. Danach war ich erstmal ein bisschen geschockt.

Ein paar gute Wellen später hat mich dann noch irgendein mittelgroßer Fisch voll am Arm erwischt und ich habe ein bisschen die Nerven verloren, zumal wir ja so spannende Stories gehört hatten. War aber nichts weiter, aber ich bin danach trotzdem raus.

Haben dann noch ein paar richtig geile Fotos gemacht und waren froh, einen der schönsten Plätze noch entdeckt zu haben. Und das im Dezember!


1. Dezember 2007
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