Die letzten Tage in Vieux

Ich bin mittlerweile wieder zurück in Deutschland. Die letzten zwei Wochen in Vieux Boucau vergingen natürlich wieder super schnell. Obwohl wir Mitte August eine ganze Woche lang Sturm hatten, mit Regen, extrem viel Wind und riesigen Wellen (laut Forecast bis 5m, wurde aber vom Wind glatt gebügelt). Am Tag nach dem Sturm konnte es mit dem Untericht weitergehen, zwar noch im Regen aber immerhin. Ich bin früh zum Strand und saß ein bisschen rum, da ich erst nachmittags arbeiten musste. Als sich dann bei ablaufendem Wasser auf der hinteren Sandbank ein schöner Peak auftat bin ich rausgepaddelt. Was vom Strand garnicht so groß aussah waren schöne Setwellen zwischen 2 und 3m die ganz schön Kraft hatten. Da es die Überreste vom Sturmswell waren, war es recht schwer in die Wellen reinzu kommen, denn die Dinger waren ziemlich fat und man musste genau richtig sitzen. Ein paar schöne habe ich erwischt, bei den ersten bin ich einfach nur straight runter gedropped und eine niedrige Linie gefahren, erst als ich mich an die Größe gewöhnt hatte konnte ich ein paar Turns ziehen.
Am nächsten Tag war es wieder windig und da gleichzeitig Wechseltag war (alte Gäste fahren, neue Gäste kommen ins Camp) hatten wir eigentlich frei, mussten aber an den Strand da noch zwei Kurse nachzuholen waren, die wir wegen der schlechten Bedingungen gecancelt hatten. Die Teilnahmer der Kurse haben dann aber lieber in Ruhe gepackt als nochmal im Regen surfen zu gehen, weshalb wir uns im Shorebreak mit unseren Flossen beim Bodysurfen vergnügten.
Am Tag darauf hatte ich offiziell frei und war fertig mit arbeiten. Mittags war es noch recht durcheinander, abends sind wir dann bei Lowtide an den Strand und mussten erstmal einen Peak suchen. Unsere Lieblingswelle”Moe’s Corner” läuft nur bei Lowtide, also sind wir den Strand noch ein Stück weiter hoch. Eine Sandbank weiter bog sich sehr weit in den dahinter liegenden Channel und formte so einen perfekten Righthander, der 100-150m perfekt lief. Die Wellen waren ca. 1m, die Sets noch etwas größer und liefen sehr schnell. Ich hatte ganz am Anfang die meisten und auch die besten Wellen, immer schön rein,Speed machen und an ein-zwei Sections einen kleinen Turn und dann raus. Die längste Welle sah wie ein Closeout aus, beim Peak eher flach und in die Bucht rein dann ein höherer Wellenrücken. Da dieser Rücken aber im tieferen Wasser lief und erst später nach und nach auf die Sandbank traf, hatte ich die Welle des Tages mit drei schönen Turns und bin erst wieder aufgewacht, als ich im Shorebreak genau vor der Barrel stand. Das wäre natürlich noch die Krönung gewesen.
Der Swell sollte schnell kleiner werden und die Tage darauf (meine letzten) zwischen zwei und drei Fuß hängen bleiben. Also hieß es am Samstag früh raus, obwohl für den ganzen Tag offshore vorhergesagt war. Es versprach so ein perfekter Samstag wie die Woche davor zu werden (von dem ich verpennt habe zu schreiben).
Morgens um 9 war wieder Lowtide, also war der Spot gesetzt. Natürlich die Superbank vom abend davor. Am Strand war es super neblig und man sah eigentlich keine Wellen brechen, aber bei 4 Fuß Swell und offshore geht das klar, wenn man weiß wohin man will.
Die Swellrichtung hatte sich über nacht ein wenig geändert und es war zunächst noch kleiner (aufgrund des ablaufenden Wassers), was die Welle recht schwierig machte. Es liefen eigentlich fast nur kleine Closeouts. Irgendwann fand ich eine gute kleine Welle mit ein wenig Schulter, zog ran und fand mich in einer kleinen Tube wieder. Gestoked wieder rausgepaddelt und die nächsten 30 Minuten in jeden closeout reingezogen. Diese wurden dann schon deutlich größer und wir sind wieder weiter in den Channel reingepaddelt. Nach 10 Waschgängen fand ich dann noch eine schöne solide Barrel und hätte es aus ein paar Closeouts auch noch fast rausgeschafft. In der Zwischenzeit sind ein paar von uns einen Peak weiter südlich ins Wasser gegangen, wo wir dann auch hinpaddelten. Da ich recht weit draussen saß konnte ich als erste Welle eine schöne Setwelle abgreifen und bin nach lang gezogenem Bottomturn genau auf die Stelle der Lippe zugeheizt, über die grad zwei Franzosen drübergepaddelt sind und mir nachschauten. Eigentlich wollte ich ein bisschen Spray verteilen, aber irgendwie rutschten die Finnen raus und ich war nicht ganz drauf vorbereitet und bin ins Face gefallen, was die Franzosen aber nicht mehr sahen
Die folgenden zwei Tage waren nochmal schön sonnig aber flat. Die Zeit haben wir nochmal genutzt um eine Bestellung bei FCS zu machen, wo das Surfteam für knapp 1000€ Equipment kaufte.. Ich hab mir zwei paar Finnen, ein Doppelboardbag wo ich drei Shortboards reinbekomm, einen geilen Rucksack, eine Leash und ein Pad geholt.
Das war auch wichtig um überhaupt meine Bretter und mein Gepäck heim zu bekommen. Über 1 1/2 Monate sammelt sich dann doch immer was an. Zu Viert in Bruno’s kleinem Polo mit zwei fetten Boardbags auf dem Dach war ein unheimliches Gefühl (ein Koffer und Isomatten auf dem Mittelsitz sind gemütlich,..).. aber wir sind gut durchgekommen.
Jetzt noch ein bisschen (viel) arbeiten, Laternenfest genießen und am Montag geht mein Flug nach Bali. Livin’ the dream ![]()
30. August 2007

